Motocross ohne Motorengeräusch, ohne Benzingeruch, ohne Schalten – für viele klingt das erst mal nach weniger. Tatsächlich ist es für Einsteiger fast immer mehr. Dieser Artikel erklärt, warum wir ausschließlich auf Elektro-Motorräder setzen und was das im Alltag konkret bedeutet.
Ladeanzeige eines Elektro-Motocross-Motorrads mit voll geladenem Akku
Statt Tank und Auspuff: eine Ladeanzeige.

Warum wir uns bewusst entschieden haben

Als wir unser Konzept entwickelt haben, stand eine Frage im Mittelpunkt.

Wie machen wir Motocross für Menschen zugänglich, die noch nie auf einem Motorrad saßen?

Die Antwort war schnell klar: Wir müssen alles weglassen, was zwischen dem Fahrer und dem eigentlichen Fahren steht.

Bei einem klassischen Verbrenner-Motocrossbike sind das eine ganze Menge Dinge.

Anlassen, Kupplung dosieren, im richtigen Moment schalten, den Motor nicht abwürgen, aufpassen, dass man sich nicht am Auspuff verbrennt.

All das muss ein Einsteiger gleichzeitig lernen – bevor er überhaupt zum Fahren kommt.

Elektrisch fällt das komplett weg.

Kein Schalten, keine Kupplung

Das ist der offensichtlichste Unterschied und für Einsteiger der wichtigste.

Ein E-Motocrossbike hat genau zwei relevante Bedienelemente: Gas und Bremse.

Mehr nicht.

Du drehst am Gasgriff, das Motorrad fährt.

Du lässt los und bremst, es wird langsamer.

Kein Abwürgen, kein Ruckeln beim Anfahren, kein Suchen nach dem richtigen Gang in der Kurve.

Das klingt banal, ist aber der Grund, warum bei uns Menschen nach zehn Minuten fahren, die vorher nie auf einem Motorrad saßen.

Aus dem Alltag der eDirtarena

Erfahrene Motorradfahrer sind oft die, die sich am meisten umstellen müssen – ihre linke Hand sucht instinktiv nach einer Kupplung, die es gar nicht gibt.

Leistung, die mitwächst

Der zweite große Vorteil ist weniger sichtbar, aber mindestens genauso wichtig.

Bei einem Elektromotor lässt sich die Leistung individuell begrenzen.

Ein Kind, das zum ersten Mal auf einem Motorrad sitzt, bekommt eine sanfte, gut kontrollierbare Abstimmung.

Dasselbe Motorrad kann für einen erfahreneren Fahrer deutlich kräftiger eingestellt werden.

Bei einem Verbrenner geht das nicht ohne Weiteres – da bestimmt der Motor, was passiert.

Für unsere Kurse bedeutet das: Die Technik passt sich dem Fahrer an, nicht umgekehrt.

Der unterschätzte Vorteil: Stille

Wenn wir Gäste fragen, was sie am meisten überrascht hat, kommt oft dieselbe Antwort: wie leise es ist.

Und daraus ergibt sich ein praktischer Vorteil, an den vorher niemand denkt.

Unsere Trainer können während der Fahrt mit dir sprechen.

Ein Hinweis zur Sitzposition, eine Warnung, ein Lob – alles kommt sofort an, statt erst nach der Runde.

Auf einer lauten Verbrennerstrecke ist das schlicht unmöglich; dort läuft Kommunikation über Handzeichen und Pausen.

Für Familien bedeutet es außerdem: Eltern und Kinder können sich während der Fahrt zurufen und gemeinsam lachen.

Leichtes Elektro-Motorrad im Detail am Rand der Indoor-Strecke
Kein Schalten, keine Kupplung – Gasgriff und los.

Warum Indoor nur elektrisch funktioniert

Es gibt noch einen Grund, der weniger mit Komfort und mehr mit Physik zu tun hat.

Eine Motocross-Halle mit Verbrennungsmotoren wäre kaum realisierbar.

Abgase in einem geschlossenen Raum sind ein ernstes Problem, das sich nur mit enormem Lüftungsaufwand lösen ließe.

Elektro-Motorräder stoßen keine Abgase aus.

Erst dadurch wird eine 2.500 m² große Indoor-Strecke überhaupt möglich – und damit ganzjähriges, wetterunabhängiges Motocross.

Die Entscheidung für Elektro ist also nicht nur eine für Einsteigerfreundlichkeit, sondern die Grundlage unseres gesamten Konzepts.

Fährt sich das anders als ein Verbrenner?

Ja, und das ist eine faire Frage von jedem, der schon Motocross-Erfahrung hat.

Der größte Unterschied ist die Kraftentfaltung: Ein Elektromotor liefert sein Drehmoment sofort, ohne Drehzahl aufzubauen.

Du drehst am Gas, und es passiert unmittelbar etwas.

Manche empfinden das als direkter und angenehmer, andere vermissen anfangs das Gefühl, einen Motor hochzudrehen.

Was die Fahrtechnik angeht, ändert sich hingegen wenig: Blickführung, Gewichtsverlagerung, Kurvenlinie und Bremspunkte funktionieren identisch.

Wer bei uns die Grundlagen lernt, kann sie problemlos auf ein Verbrennerbike übertragen.

Unsere drei Modelle

Wir fahren drei verschiedene Modelle, je nach Fahrer und Angebot.

Die KTM SX-E ist unser Kinderbike – kompakt, leicht und in der Leistung fein anpassbar.

Der 79Bike Falcon Pro kommt bei der Freien Fahrt Basic zum Einsatz: leichter und ruhiger abgestimmt, ideal für den ersten Kontakt.

Die KTM Freeride E ist unser sportlichstes Modell und fährt bei der Freien Fahrt Pro – mehr Leistung, direkteres Ansprechverhalten.

Welches Bike für dich passt, klären wir vor Ort in einem Satz.

Häufige Fragen zu E-Motorrädern

Muss ich schalten können?

Nein. Unsere E-Motorräder haben weder Schaltgetriebe noch Kupplung – es gibt nur Gas und Bremse.

Sind E-Motorräder langsamer als Verbrenner?

Nicht grundsätzlich. Ein Elektromotor liefert sein Drehmoment sogar sofort. Für Einsteiger stellen wir die Leistung passend ein, nach oben ist aber deutlich Luft.

Kann ich das Gelernte auf ein normales Motocrossbike übertragen?

Ja. Blickführung, Gewichtsverlagerung, Kurventechnik und Bremspunkte funktionieren identisch – nur Kupplung und Schalten kommen dann dazu.

Warum fahrt ihr ausschließlich elektrisch?

Weil es den Einstieg deutlich vereinfacht, die Leistung individuell anpassbar macht, Kommunikation während der Fahrt erlaubt – und weil eine Indoor-Halle ohne Abgase überhaupt erst möglich wird.

Welche Modelle fahrt ihr?

KTM SX-E für Kinder, 79Bike Falcon Pro für die Freie Fahrt Basic und KTM Freeride E für die Freie Fahrt Pro.

Ist die Reichweite ein Problem?

Nein. Unsere Slots sind auf zwei Stunden ausgelegt, die Motorräder sind entsprechend dafür vorbereitet.

Weniger Technik, mehr Fahren

Am Ende geht es bei unserer Entscheidung für Elektro um genau eine Sache.

Je weniger du dich mit dem Bedienen des Motorrads beschäftigen musst, desto mehr Aufmerksamkeit bleibt für das, worum es eigentlich geht.

Die Linie durch die Kurve. Den Bremspunkt. Das Gefühl, wenn es zum ersten Mal richtig rund läuft.

Am besten probierst du es einfach aus.